Christ- und andere Bäume

Mein Bruder Jim macht sich gerade auf seinem Blog Gedanken darüber, woher der hierzulande übliche Brauch des Weihnachtsbaums stammt und wundert sich, das in Bethlehem doch gar keine Tannen wachsen (und, wenn man davon ausgeht, dass die Klimakatastrophe noch keine 2000 Jahre andauert, auch zur Zeit des Christkindes dort keine wuchsen).

Nun, Jim, Du bist als niederländischer Einwanderer ja aus einer weitgehend atheistischen Gesellschaft zu uns gekommen, dann lass mich das Dir als Spanierin mal erklären: die katholische Kirche (das sind die mit der Inquisition), hatte bis vor gar nicht so langer  Zeit mit Christbäumen gar nix am Hut – deren Hauptsymbol für Weihnachten ist die Krippe, und die hat es in Bethlehem mit hoher Wahrscheinlichkeit tatsächlich gegeben.

Der Ursprung der Weihnachtsbäume ist hingegen weltlicher Natur. Die Menschen hatten schon immer den Bedarf, sich dann und wann mal Bäume ins Haus zu holen, damit ihre Hunde im kalten Winter nicht zum Pullern nach draußen müssen (diese Ansicht mag ungenau sein, aber aus meiner Sicht als Hund reicht mir das). Da aber die nicht-hundehaltenden Nachbarn das so nicht verstanden hatten, erfanden diese als Ausrede, das (immer-)grüne Bäume im Haus gut für die Gesundheit seien, und schmückten diese darüber hinaus, um ein weiteres modisches Argument hinzuzufügen. Mit der Zeit fand so die Tanne auch Einzug in Haushalte, die keine Hunde hatten.

Interessanterweise waren es im 18. Jahrhundert die Protestanten, die sich den Weihnachtsbaum im kirchlichen Sinne einverleibten – die katholische Kirche tat sich damit noch einige Zeit schwer, bevor sie den Brauch dann auch übernahm. Aber mit Neuerungen sind die sowieso auf Abstand, insofern kann hund ja schon dankbar sein, dass auch die katholische Kirche das heliozentrische Weltbild nicht mehr ernsthaft anzweifelt.

So, und nun lass uns mal überlegen, wie wir unsere Menschen dazu bekommen, einen Tannenbaum in unserem Haus aufzustellen. Gerade mit dem Baumschmuck kann hund doch sicher wunderbar spielen und viel Blödsinn machen!

Noch mehr phantastische Tierwesen

Sehr geehrte Leser: Achtung, es sind dreiste Fälschungen im Umlauf. Achten Sie auf die subtilen Unterschiede zwischen diesen beiden Fotos:

trumpdog (Original)

trumpvogel (Fälschung)

Wie hund sieht, kann man da leicht auf’s Glatteis geführt werden, wenn man nicht wirklich genau hinschaut. Deswegen: Augen auf bei der Populistenschau. Wenn es Ihnen so vorkommen sollte, als ob der Kandidat einen Vogel hat, dann sind Sie möglicherweise drauf und dran, einer plumpen Fälschung aufzusitzen.

Phantastische Tierwesen

Die Schäferhund-Partei Deutschlands macht gerade mit einer Parteiwerbung auf sich aufmerksam, die mich zum Grübeln brachte:

phantasttier

Das da ist die Frau von Storch, und bei dieser Frisur sollte man eigentlich davon ausgehen, das es sich bei der Frisur auf ihrem Kopf um eine Kollegin handelt, und zwar um eine mit einem besonders schrägen Sinn für Humor.

Nun wollte ich diese Kollegin immer schon mal kennenlernen, nachdem ich ja für Donald schon einige ihrer Ideen übernommen und weiter ausgearbeitet hatte, und so fragte ich ein wenig herum.

Es stellt sich heraus, dass diese Frisur, entgegen aller Annahmen, tatsächlich ihre eigene ist. Es handelt sich nicht um einen Hund – noch nichtmals um einen alternativen Dackel. Die komischen Ideen dieser Frau sind tatsächlich ihre eigenen.

Am Ende stellt sich nur noch die Frage, wer oder was die Schäferhund-Partei auf diese Werbeidee gebracht hat, die von der Skurrilität fast schon an die kritisierte Person heranreicht – spricht sie doch Frau von Storch das Menschsein ab, was bis dato eigentlich eher ein Vorgehen der hier aufs Korn genommenen politischen Richtung war.

Überraschenderweise war hier wiederum eine Kollegin von mir am Werk, die ein wenig trollen wollte. Bleiben Sie dran, unbekannte Kollegin – Sie haben eine vielversprechende Karriere vor sich!

Friseure und Frisuren

Mir wurde letztens aus einer total vertrauenswürdigen und absolut ernsthaften Quelle zugespielt, dass der Friseur des weißen Hauses anläßlich der kommenden Neubesetzung einen Nervenzusammenbruch erlitten haben soll.

Werter Arthur McMellon: Der auf Donalds Kopf sichtbare Teil meiner Frisur ist, entgegen der allgemeinen Vermutungen, sehr pflegeleicht – man muß ihn einfach nur der Natur folgend auf Sturm gebürstet lassen. Sofern sie aber vorhaben, das anders frisieren zu wollen – nun, dann haben Sie mit den Löwen wahrscheinlich mehr Erfolg.

Und nun zurück zu Donald: Ich habe da noch ein wenig Arbeit mit ihm. Ich war ja schon soweit erfolgreich, ihm zwei irre Kabinettspositionen einzureden – Rudy Giuliani für die Justiz und Newt Gingrich als Außenminister. Aber eine harte Nuß habe ich noch zu knacken: ich will ihm Sarah Palin als Innenministerin einflüstern. Ich hätte nicht erwartet, da auf Widerstand zu stoßen, aber er meint, das ginge nicht, das wäre viel zu verrückt.

Na, warten Sie mal ab. Es bleiben noch 69 Tage bis zum Inauguration Day, da geht noch was…

Make Herrchens hair great again!

Ja, ich weiß, die Denglisch-Mischung im Titel ist nicht so der Kracher, aber wegen der Alliteration mußte das einfach mal sein.

In meinem knappen Jahr auf dieser komischen Welt ist mir schon so einiges merkwürdiges untergekommen – und als professionelle Frisur muß ich sagen: es gibt wohl vier verschiedene Sorten von Menschen hier. Da gibt es die, die Haare auf dem Kopf haben, welche, die Haare auf den Zähnen haben, welche die keine Haare auf dem Kopf haben (für einen von denen arbeite ich ja bekanntlich), und die mir liebste Sorte: die keine Haare auf dem Kopf, aber dafür Haare im Gesicht haben.

Ich habe das große Los getroffen: Mein Herrchen gehört zu der letzteren Sorte – der Kopf blank wie ’ne Billardkugel, vorne im Gesicht wie ein Rauhhaardackel, und absolut nichts verdeckt die Ohren. Das finde ich sehr praktisch, wenn er mal wieder nicht aufpasst, wenn er mich auf dem Arm nimmt – und schwupp! habe ich ihm mal wieder ein Ohr abgekaut; direkter Zugang, da sind ja keine Haare im Weg! Außerdem kann man in Herrchen’s Bart immer mal wieder auf Expedition gehen, irgendwas findet sich da schon. Notfalls nehme ich meine Schneidezähne und flohe ein wenig herum. Das gibt eine typische Geräuschkulisse: Klack-klack-klack, Ratsch, AUUUU!

Danach hat er komischerweise keine Lust mehr darauf, das ich weiter nach Kostbarkeiten in seinem Bart suche. Ich verstehe das nicht. Wer widersetzt sich denn einer professionellen Haarpflege? Ich stelle mich doch auch nicht so an, wenn Frauchen mich trimmt. Menschen – ich werde sie wohl nie begreifen…

Gesundheitsfragen

Letzte Tage ging es hier nicht so recht voran mit dem Schreiben. Das hatte, wie der Titel vermuten läßt, gesundheitliche Gründe. Ich bin es ja gewohnt, beim Absteigen auf einer Treppe so meist vier bis fünf Stufen auf einmal zu springen, aber diesmal hat sich eine der übersprungenen Stufen – naja, übergangen gefühlt und mir deswegen ein Beinchen gestellt. Padautz – das gab eine wenig elegante Landung mit der Nase zuerst, und als Extra-Bonus habe ich mir die linke Vorderpfote verstaucht. Autsch.

Aber ich will nicht klagen, das wird schon wieder. Das heilt ganz fix, und ist nicht so wie bei Herrchen, dem sich ein aufmümpfiger Besen quer in den Weg stellte, was bei ihm einen gebrochenen Mittelfuß zur Folge hatte. Menschen sind in dem Punkt von der Evolution benachteiligt worden, mit diesen langen Haxen, die sich unter einem Besenstiel einhaken können…

Ganz anders mein Chef – 70 Jahre alt, und sein Hausarzt bestätigt ihm in blumigen Worten die allerbeste Gesundheit, die man nur haben kann. Selbstverständlich hat das überhaupt nichts damit zu tun, das jener Arzt dafür allerbestens bezahlt wird, ganz sicher nicht.Machen Sie sich übrigens keine Sorgen, wenn er mal wieder in der Rede kurz einfriert. Das ist nichts Ernsthaftes, sondern da hat er mich nicht verstanden, was ich gerade sagen wollte. Ich muß ihm das dann nochmal flüstern, daher die Pause.

Seine Konkurrentin hatte es vorgezogen, auf Gesundheitsfragen nicht zu antworten und jedwede Spekulation darüber Truthern(1) in die Schuhe zu schieben. Und hey, das kann ja schon mal passieren, das es einem als Präsidentschaftkandidaten bei solch unmenschlich brutalen Temperaturen von 24 Grad zu heiß wird, dann einfach aus den Latschen kippt, und dabei noch Metallteile verliert. Was macht die eigentlich, wenn sie mal in wirklich warme Regionen, wie z.B. das Ruhrgebiet in der zweiten Septemberwoche (bis zu 35 Grad…) muß?

Da wünsche ich meine Lesern nur beste Gesundheit!

 

(1) Verschwörungstheoretiker, die sich im Besitz der absoluten Wahrheit (truth) wähnen.

Dem Urururopa seine Geschichten (1 – Auflösung)

Vom Nordpol zum Südpol in weniger als einer Stunde? So behauptete Urururopa in der letzten Folge.

Natürlich muß man ein wenig auf die Definitionen achten: Den Nordpol, um den es hier geht, gibt es heute nicht mehr. Es handelte sich dabei um die Gaststätte „Zum Nordpol“ im Bochumer Norden. Das Haus wurde 2009 abgerissen, und damit ein Stück Bergener Stadteilgeschichte von der Straße gefegt. Früher war halt alles besser, sogar die Zukunft. Und mehr Lametta war auch.

Der Südpool ist ein Hallenfreibad im Herner Süden (und das Wort „Südpool“ aus Urururopas Zitat im letzten Blogpost war exakt richtig geschrieben). Die Einheimischen sprechen das unkorrekterweise wie „Südpol“ aus, nicht als „Südpuhl“, wie man es richtig aussprechen würde. Der Ruhri steht halt mit fremdsprachigen Begriffen auf Kriegsfuß, was die Aussprache angeht.

Die fußläufige Entfernung zwischen diesen beiden Punkten beträgt ziemlich genau zwei Kilometer. Das schafft selbst eine alte Mutti mit Rollator in einer Stunde (vor allem, weil’s bergab geht).

Urururopa hatte recht, dieser alte Haudegen!